Wales (Urlaub) 2006

Wales im Schnelldurchlauf (8/8)

24. April 2006
Die Kathedrale hat diese Stadt erst zur Stadt gemacht!!!! Die Queen persoenlich hat St. David’s vor einigen Jahren erst offiziell zur Stadt erklaert – mit 1800 Einwohnern!
In der Kathedrale haben wir uns heut morgen an eine Fuehrung drangehaengt, die echt gut war und von dem Sekretaer der Freunde von St. David’s geleitet wurde. Ein aelterer Herr, so sympathisch, dass man ihn sofort als Opa adopieren moechte!
Jedenfalls erfuhren wir so "Insider-Wissen" ueber St. David's. Fast die gesamte Decke der Kathedrale ist aus irischer Eiche – ein Beeindruckender Anblick, ungewoehnlich, aber wirklich toll -, warum irisch? Weil der naechste Eichenwald in England ist, und man damals, genauer gesagt vor rund 450 Jahren, (heut wahrscheinlich auch noch) keine englische Eiche in einer walisischen Kathedrale haben wollte! *lach*
Vor 120 Jahren fielem einem der Sekretaere Manuskripte in die Haende, die Hinweise auf den Ort, an dem St. David himself begraben wurde, zu enthalten schienen. Jener Sekretaer folgte diesen Hinweisen, und entfernte Teile der Mauer der Chapel of the Holy Trinity, und fand tatsaechlich Knochen dahinter, genauer gesagt zwischen dem Altar und der Mauer. Aufgrund des Manuskripts und der Altarnaehe hatte man Grund genug zur Annahme, dass es wohl wirklich die Ueberreste von St. David waren. Doch Historiker aus Oxford fanden vor Kurzem erst heraus, dass die Knochen vermutlich nicht alt genug seien. Von wem die jetzt genau sind, weiss man nicht. Auch das Schild neben dem Schrein sagt nur „vermutlich“. Eben von einem anderen Heiligen.
Ist aber trotzdem spannend, hat was von Indiana Jones, oder von Dan Browns „Da Vinci Code“. Zumal der Fund erst 120 Jahre her ist!! Dann gibts dort noch das etwas ungeschickt plazierte Grab von einem gewissen Edmund
Tudor (oder so), deswegen ungeschickt, weil es direkt vor dem Teil der Kirche steht, wo die Leute sich aufreihen, um ihre Oblate und den Wein zu empfangen. Ist etwas eng da vorne. Ueberhaupt ist es interessant, wieviele Menschen in dieser Kathedrale begraben sind. Eine Dame, Maid irgendwas, hat sich sogar ihr Grab und das ihres Hundes dort erkauft! Trauerbild fuer die Kirche selbst, aber dass die bestechlich ist, ist ja nix neues. Vermutlich koennte man sich heute noch dort beerdigen lassen, wenn man die entsprechende Summe hinlegt!
Die Kathedrale ist uebrigens von innen ziemlich schief, aufgrund mehrerer Erdbeben, alles in allem aber sehr sehenswert!
Unsere Fahrt fuehrte uns von dort dann erstmal nach Haverfordwest, wo wir in der County Hall ein 15 Pfund teures Knoellchen zahlten, das wir fuer einen nicht geloesten Parkschein bekommen hatten.
Anschliessend nach Stackpole und Bosherston fuer die Lily Ponds (Lilienteiche), war aber unspektakulaer weil die Lilien noch nicht bluehten. Und runter nach St. Govan’s kamen wir nicht, weil die Strecke wegen militaerischen Schiessuebungen gesperrt war. Wir legten einen weiteren kleinen Stop in Tenby ein, hatten eigentlich noch vor, als kroenenden Abschluss die Hauptstadt Cardiff mitzunehmen, das dann aber aufgrund Zeitmangels gelassen und sind ueber Carmarthen und Llandeilo nach Llandovery gefahren, wo wir das absolut beste B&B des gesamten Urlaubs haben! Ausserdem koennen wir so morgen als kroenenden Abschluss ausschlafen!

Wales im Schnellduchlauf (7/8)

23.April 2006
Waaaaaaaaaaahnsinn!!!! Wir sitzen an einem Strand mit dem bezeichnenden Namen „Whitesands“ und gucken in den Sonnenuntergang. Vor uns das noch tiefblaue Meer, weisser Strand, links und rechts schroffe Felsen, hinter uns satt gruene Huegel mit ganz vielen Schafen.
Die Fahrt hierher, nach St. David’s, hat uns an einigen kleinen Buchten vorbeigefuehrt, einmal die in Llandysol (oder so aehnlich), das war eine richtige Abenteuerbucht, schroff und felsig, mit nur wenig Strand und krachender, wilder Brandung.
Weiter durch Cardigan mit einem Abstecher nach Mwnt (nein, da ist kein Rechtschreibfehler), wo es einen weiteren, schoenen Strand in einer Bucht gibt, sowie eine Kapelle aus dem 14. Jahrhundert, die auf den Ruinen einer Kapelle aus dem 6. Jahrhundert erbaut wurde, und die auch noch genutzt wird, so winzig sie auch ist.
Die Einwohner hier galten letztes Jahrhunder als die "Giants of Mwnt", weil sie fuer die damalige Zeit ueberdurchschnittlich alt wurden. Ringsum Huegel, Klippen, Meer. Unser naechster Stop war eine ehemalige keltische Grabkammer, Pentre Ifan, von der noch 2 stehende Steine uebrig sind, die einen weiteren als Dach tragen. Sieht aus, als wuerde es einstuerzen, hat aber mehrere Jahrhunderte so ueberdauert. Und wieder konnten wir „best Welsh scenery“ um uns herum geniessen!
Ein weiterer kurzer Aufenthalt in Newport (nicht dem neben Cardiff, sondern das in Pembrokeshire), ein Ort, der aus einem Haus und einem Cafe besteht, plus ungefaehr 20 Booten. Klasse.
Abends kamen wir dann, nach einer weiteren schoenen Fahrtstrecke, durch u.a. das beschauliche Oertchen Fishguard, hier in St. David’s an. Die Kathedrale gucken wir uns morgen an, die war schon zu. Dafuer gibts ja jetzt hier einen spektakulaeren Sonnenuntergang! Ein richtiges kleines Paradies ist das hier!

Wales im Schnelldurchlauf (6/8)

22. April 2006
Also das Aufstehen heute morgen war etwas steif ...
Sind in schwuelem, enorm diesigen Wetter losgefahren, eine weitere traumhafte Panoramastrasse lang, um den Snowdon rum. Nach mehreren Foto-Stops hatten wir dann Portmeirion auf dem Plan, ein italienisches Feriendorf, was uns dann aber die jeweils 6,50 Pfund nicht wert war, so dass wir weiter nach Harlech gefahren Sind. Schon bald ragte vor uns das Schloss, Harlech Castle, aus dem Dunst auf, dahinter die Stadt, darunter das Meer. Einmal mehr ein toller Anblick. In „Georgie’s Coffeehop“ haben wir unsere Kaffee und Eis – Pause gemacht und sind dann runter zum Strand gefahren. Und was fuer ein Strand! Sehr klares, angenehm warmes Wasser, sehr feiner, weicher, weisser Sand, traumhaft!
Am spaeten Nachmittag machten wir uns auf und wollten in Aberystwyth uebernachten, fanden dort aber kein B&B. War nicht sooo schlimm, denn wirklich schoen fanden wirs dort nicht. Nach einem kurzen Promenaden-Spaziergang fuhren wir weiter Richtung Cardigan und fanden in einem winzigen Ort namens Llanrhydis ein urgemuetliches B&B.
Im nahe gelegenen Caravanpark gabs dann auch ein Restaurant, welches Kneipe, Restaurant und Spielhalle in einem war und aufgrund sowohl der Kundschaft als auch der Einrichtung irgendwie an ein amerikanisches Road Stop mitten im Nirgendwo erinnerte. Etwas eigenwillig und abgetakelt, als ob die Zeit hier stehengeblieben waer. Hatte aber eine ganz eigene Atmosphaere, die nicht unbedingt unangenehm war. Das Essen war lecker und reichlich. Das ist ja sowieso die Hauptsache!

Wales im Schnelldurchlauf (5/8)

21. April 2006
Hurra, wir konnten soeben unsere Schuhe ausziehen und uns in einem schoenen B&B in Llanberis auf den Betten ausstrecken! Hurra, weil wir gerade vom Snowdon heruntergestiegen sind! Aber der Reihe nach.
Nach laengerem Hin und Her ueberlegen haben wir uns Caernarfon Castle dann angeguckt (wollten wg. Mount Snowdon eigentlich so frueh wie moeglich hierhin). Zum Glueck! Mein Lieblingsschloss !!! Tolle Architektur, eine richtige Trutzburg von aussen, massiv und maechtig, eckig und protzig, von innen aufgrund seiner Groesse ziemlich verwirrend. 2 Stunden waren wir drin, und ich bin ziemlich sicher, nicht ueberall gewesen zu sein. Zuviele Gaenge und Nischen, zwei hoehenverschiedene parallele Burgwalll-Gaenge, die natuerlich ueber jeweils verschiedene Treppen erreichbar waren, die sich mit den Treppen, die in die anderen Tuerme fuehrten, teilweise kreuzen und von denen zusaetzlich verschiedene Abzweigungen zu unzaehligen Saelen fuehren. Wie konnten die sich da ohne Karte frueher zurechtfinden???
2 Ausstellungen gabs, einen schoen gemachten informativen Film ueber das Schloss (1400 nochwas ist das Schloss von 28 Mann gegen ein ganzes franzoesisches Heer verteidigt worden, so gut gesichert war das, allein durch die Bauart!!!) und im Innenhof sassen 2 Harfen-Spieler, die dem ganzen mit schoenen Melodien ein richtiges Mittelalter-Flair verliehen. Dazu ueber allem strahlend blauer Himmel und Sonnenschein! Besser haetts nicht sein koennen!
Um 1 sind wir dann hierhin, nach Llanberis, gefahren. Wir hatten ja eigentlich vorgehabt, den Snowdon zu Fuss zu "bezwingen" und runter dann den Zug zu nehmen, erstens, weils viel cooler ist, wenn man sagen kann, man ist ihn hochgegangen, und zweitens weil bergrunter immer schwierieger und kraeftezehrender ist als hoch!
Jedenfalls hat die Suche nach einem freien B&B einige Zeit in Anspruch genommen („In Llanberis is always peak season, the whole year round“, so unser Gastgeber), so dass wir dann um halb 4 die Wahl hatten, entweder hoch UND runter zu laufen, oder eben hoch zu fahren und runter zu laufen. Und da wir nun nicht grad die besten Bergwanderer sind und auch ohne Zeitdruck ein bisschen auf dem Gipfel verweilen wollten, sind wir also mit dem Baehnchen hochgefahren. Die Fahrt war schonmal phantastisch, tolle Ausblicke auf die grandiose Berg- und Tal-Kulisse. Dazu ein Infoband, was auch wirklich informativ war (die Mount Everest-Truppe hat vor ihrer Premiere hier trainiert).
Der Zug endete in Clogwyn, der Station 300m unterhalb und etwa 2km Wegstrecke vom Gipfel entfernt. Erstmal haben wir von dort die Aussicht genossen, die einfach einmalig war, und uns ueber die Leute lustig gemacht, die allen Ernstes im T-Shirt hochgefahren sind und sich natuerlich auf knapp 800m Hoehe dann den Allerwertesten abgefrorern haben. Noch bevor der Zug zurueckfuhr, machten wir uns an den Aufstieg. Also mal ehrlich, gute 220 der 300 restlichen Hoehenmeter legten wir auf dem ersten Wegstueck zurueck, auf vielleicht 800 Metern. Und wie wir beim Rueckweg feststellten, war das auch direkt das steilste Stueck des ganzen Weges. Man haette fast bequem auf allen Vieren gehen koennen. Nach einer knappen Stunde (!!!!!) erreichten wir dann auch den Gipfel. Die Sicht war etwas truebe, aber immernoch phantastisch. Sicherlich mit das Schoenste, was wir bisher an Natur gesehen, bzw. erlebt haben!!! Am Gipfelstein blies uns ein enormer Wind um die Ohren, der eine Wolke quasi durch uns durch trieb. Und man glaubts ja kaum, da steht man auf dem hoechsten walisischen Berg und es fliegen einem Moewen um die Ohren, die sichtlich Spass in den rauhen Winden hatten. Das Meer war zwar nicht zu sehen, aber es ist ja Luftlinie nur einen Katzensprung entfernt. Schon genial.
Der Abstieg war dann, wie erwartet, echt hart, besonders dieses steile Stueck zur Clogwyn Station, und auch insgesamt ein einziger felsiger steiniger holpriger Pfad. Aber die Muehe wars echt wert!
Nach insgesamt 14,8km, wovon wir 5,8 gefahren sind, sind wir 5 Stunden spaeter (Fahrt 1 Std plus Aufenthalt
in Clogwyn und am Gipfel jeweils 30min) wieder unten im Ort angekommen. Wo wir uns unser lecker Fast Food jawohl auch redlich verdient haben!!!!! Mal wieder ein toller Tag!

Wales im Schnelldurchlauf (4/8)

20.April 2006
Haben bei maessigem Wetter Llandudno verlassen und sind zunaechst nach Beaumaris gefahren. Ein nettes kleines Oertchen am Meer, dominiert vom Beaumaris Castle. Dieses Schloss, bzw die Ruine, die ziemlich gut erhalten ist, ist wunderschoen, sehr gross mit vielen Tuermen und Tuermchen und einem unglaublichen Gaengegewirr und Kammerlabyrinth zum Entdecken (nasskalt, dunkel und glitschig, aber total spannend!), sowohl im Schloss, als auch in der das eigentliche Schloss umgebenden Aussenmauer. Eine kleine Kapelle gibts in der 2. „Etage“, und auf der Rueckseite kann man die Zinnen besteigen und Ausblicke aufs Meer und Snowdonia geniessen. Es ist eine maechtige Festung, aber auch sehr verspielt in ihrer Architektur! Absolut sehenswert!
Von Beaumaris aus sind wir quer durch Anglesey nach Holyhead gefahren, einer 22000-Einwohner-Stadt ganz im Nordwesten Wales’. Die Stadt selbst hat uns nicht interessiert, wir sind direkt weiter zum South Stack, um zu dem beruehmten Leuchtturm zu kommen. Schon die Fahrt dorthin war spektakulaer, auf kleinen einspurigen Straeschen an der Steilkueste laengs, aber dann am Leuchtturm selbst – WOAH! Enorme Ausblicke auf das
Meer, die Klippen die Stadt und –mal wieder– Snowdonia. Die Sonne kam raus und zeigte sich von ihrer besten Seite (ich hab Sonnenbrand. War ja klar), dazu formten sich die Wolken zu dramatisch-eleganten Bildern.
Weltklasse!!!
Von Holyhead aus haben wir die Nordroute nach Caernarfon genommen, an der Kueste laengs, eine tolle Panoramastrasse! Das Fahren hat superviel Spass gemacht!! Nach einigen Foto-Stops sind wir dann in Caernarfon angekommen und hatten Glueck, noch ein B&B zu bekommen! Das erste, was mir beim Anblick der Stadt einfiel, war der Englischbuch-Klassiker „Dirty Old Town“. Es wirkt verlassen, leicht gammelig, und nicht sehr einladend. Das mag aber an der spaeten Uhrzeit und der Dunkelheit liegen, morgen siehts bestimmt anders aus.
Das Schloss jedenfalls war ein phaenomenaler Anblick. Freu ich mich schon drauf!

Wales im Schnelldurchlauf (3/8)

19. April 2006
Aufbruch um 10 Uhr heute morgen, mit vielen Fotpausen – oh man ist das schoen hier – zunaechst nach Betws-y-coed. Dieser Ort besteht aus einer Strasse, vollgestopft mit Touristen-Abzocke-Laeden. Aber das Eis in der Eisdiele hat uns eine weitere positive Ueber- raschung beschert! Weiter nach Conwy, einem recht kleinen, sehr sympathischen Ort, dominiert und umrandet von einem schoenen, imposanten Schloss und der Stadtmauer, die fast voellig rundum begehbar ist. Der Blick ins kleinste Haus Grossbritanniens war mir dann auch die 75p wert, und hey, wenns da n Klo gaeb, wuerd ich da einziehen! Unten die „Stube“, mit Kamin (auf dem auch gekocht wurde), Stuhl, Tisch und Regal, oben 1 Bett, kleiner Waschtisch und ein Mini-Kamin. Wohnflaeche auf zwei Etagen: 1,05 x 3,15m! Absolut suess!!!! Conwy Castle haben wir dann leider unbesichtigt gelassen, 30min vor Schliessung wollten wir dann keine 9 Pfund mehr fuers Durchrennen bezahlen.
Weiter gings nach Lladudno, einem Kuestenort dominiert von einem Strand mit schoener breiter Promenade, gewaltigen viktorianischen Haeusern und dem „Great Orme“, einem grossen Felsen, dessen „Gipfel“ 200m ueber der Stadt liegt und per Auto, Tram, Seilbahn oder zu Fuss erreichbar ist. Es war spaet, Tram und Seilbahn waren zu, also sind wir mit dem Auto hoch. Kurz unterhalb des Gipfels steht eine kleine Kapelle mit einem ziemlich grossen alten Friedhof, mit vielen keltischen Grabsteinen.
Wilde Ziegen ringsum mischten sich unter die Schafe, die untergehende Sonne tauchte alles in einen rotgoldenen
Schein. Sehr sehr sehr sehr schoen wars da oben, phantastische Ausblicke auf Llandudno, das Meer und sogar die Berge Snowdonias liessen sich im Dunst ausmachen. Llandudno selbst erinnert stark an San Francisco, wie man es von Fotos kennt. Sogar Palmen wachsen hier!!!!!! Nicht viele, aber eben Palmen! Man mags kaum glauben. Unser B&B ist in einem dieser viktorianischen Haueser, sehr blumig eingerichtet und dekoriert, etwas eigenwillig, aber gemuetlich! Gewohenungsbeduerftig ist, dass hier die Pubs, Restaurants und Imbisse meistens schon um 9 Uhr zu machen (zur Hauptsaison vermutlich nicht), man dafuer
aber dann bis um 11 nachts normal einkaufen gehen kann. Haben wir dann auch gemacht. Jetzt nur nicht die Betten vollkruemeln ...

Wales im Schnelldurchlauf (2/8)

18. April 2006
Hach, das Full Welsh Breakfast (was sich nicht vom Full English Breakfast unterscheidet, aber man ist hier ja schliesslich in Wales, also heisst es hier Welsh) ist einfach genial. J. meinte schon er bestellt sich dann morgen ein kleineres! Los gings um 10, kurzer Einkaufsstop in Llandovery, direkt nach Hay-on Wye, der Welthauptstadt der Second-Hand-Buecher, laut meinem Lonely Planet. Und Tatsache, ein Buecherladen nach dem anderen, es gibt sogar eine Karte, wo alle drauf sind, und es sind verdammt viele! Und alles Second Hand, habe eine recht neue Trilogie (The Magician’s Guild, wer’s kennt) fuer 8 Pfund bekommen. Die Shops haben alle eine gewisse Wohnzimmer-Atmosphaere. Die Stadt ist absolut entspannt und gemuetlich. Im „Castle Bookshop“ standen dann die Buecher tatsaechlich in Buecherregalen im Innenhof, noch nichtmal in Sichtweite des eigentlichen Shops, um Ehrlichkeit wurde auf einem Schild an einer Box gebeten: „Please pay here“.
Eingekehrt sind wir in Oscar’s Bistro, einem kleinen gemuetlichen Holzstuebchen mit einer grossen Auswahl hausgemachter Gerichte und, mal wieder, absoluter Wohnzimmer- und Sofortwohlfuehl-Atmosphaere. Aber was man nun kriegt, wenn man einen Cafe Latte bestellt, weiss man nie so genau. Der ist naemlich ueberall anders.
Von Wye aus haben wir uns nach Llangollen aufgemacht, einem sehr schoenen kleinen Ort im Norden. Das Navi fuehrte uns ueber England dorthin, so dass wir auf dem Weg noch 2 Schloesser beguckt haben (deren Namen ich prompt schon wieder vergessen habe, von denen eins zu war und das andere nur noch eine Ruine, alles in Allem also auch nicht wirkliche Highlights). In Llangollen haben wir uns fuer das Four Poster Hotel entschieden, einem Hotel wo die Gaeste, wie der Name schon sagt, in Himmelbetten schlafen. Ein tolles Hotel, ein tolles Zimmer und sehr nette hilfreiche Betreiber. Und eine suesse kleine schwarzen Katze. Es war schon 7, als wir nochmal los sind, um eigentlich die Schlossruine zu besichtigen, haben aber dann die Zufahrtsmoeglichkeit nicht gefunden, so dass wir uns umentschieden haben und zur Valle Crucis Abbey gefahren sind, einer Abtei-Ruine. Ein recht imposanter Anblick, wenn auch durch den direkt nebenan liegenden Campingplatz gestoert. Da schon geschlossen war, sind wir kurzerhand ueber den Zaun geklettert. Einmal drin, kann man sich ein gutes Bild der einstmaligen Architektur machen. Ich fand es einen sehr atmosphaerischen Ort, sehr sehenswert!
Um 9 zurueck ins Oertchen, und unsere Vorurteile (Pizza koennen die Briten ja eh alle nicht) wurden sofort zerstreut, als wir jeweils eine unglaublich leckere, leider auch unglaublich teure, Pizza in einem urgemuetlichen Restaurant genossen. Und jetzt heisst es himmlische Traeume im Himmelbett!

Wales im Schnelldurchlauf (1/8)

17. April 2006
Ferien im Victoria House! Alles hat sich in verschiedene Richtungen zerstreut. Ich bin noch in Llangadog, mit J., der um 2 angekommen ist. Ohne Pause gings erstmal direkt los, zum Carreg Cennen Castle, einer wunderschoen auf einem Huegel gelegenen Schlossruine. Spektakulaer sind die abfallenden Felsen drumrum, und es gibt eine Hoehle, zu der eine kleine steile ueberdachte Stein-passage fuehrt, die also beim Bau des Schlosses fuer irgendwas gut gewesen sein muss. Die Hoehle und auch der Tunnel dorthin, sind absolut stockdunkel, eng, niedrig und glitschig. Wozu sie denn nun gut war, weiss man heute nicht mehr. War jedenfalls schon krass, da mal die Taschenlampe auszumachen und in absoluter Dunkelheit zu stehen. Very creepy indeed.
Wieder im Hellen konnten wir vom Schloss aus bei tollen Lichtspielen und Schattenmustern auf den umliegenden
Huegeln noch einen phantastischen Ausblick geniessen, bevor wir dann nach Llangadog zurueckefahren sind.
Das Fahren im britischen Auto, also mit Lenkrad rechts und Linksfahren, klappte ganz gut, ausser gelegentlichen Ausrufen („Vorsicht, Vorsicht links, zu weit liiiiiiinks!!!“) wars ganz entspannt! Haben uns beide ganz gut gemacht. Unser Mietwagen ist uebrigens ein ziemlich neuer VW Polo, ganz schoen schick!
Jedenfalls haben wir dann unser Gepaeck bei Ena im Black Lion untergebracht – sehr schoenes Zimmer, hat mich
positiv ueberrascht – und sind dann direkt nochmal los auf den Black Mountain (nicht zu verwechseln mit DEN Black Mountains mitten in den Brecon Beacons). Die Sicht war leider truebe und dunstig, also nicht so spektakulaer, wie ich es schon vorher erlebt hatte. Aber dafuer haben wir dann auf der anderen Seite die Pferde gesehen. Also Wildpferde, eine Herde von etwa 12 Tieren auf einem leichten Hang verteilt. Und es war echt genial. Als wir anhielten, guckten uns schon direkt neugierige Pferde-gesichter an. Ich bin ausgestiegen und ein Stueck runter gegangen, und sofort kam mir ein kleines struppiges Pony entgegen, das zoegernd anfing, mich zu beschnuppern, und als ich nichts machte, anfing, mich nach was Essbarem zu durchsuchen und an mir zu knabbern. Streicheln liess es sich aber nicht, da scheute es sofort. Wild eben. Ich ging dann weiter und naehrte mich – das Pony im Schlepptau – 2 groesseren Tieren. Sie drehten sich weg, als ich naeher kam, kamen aber dann wieder etwas naeher, als ich mich einfach nur ins Gras hockte und beobachtete. Ich fand es absolut faszinierend, diese freien Wesen so nah zu erleben.
Als ich dann wieder im Auto sass, kam das struppige kleine Pony prompt hinterher und lugte durch die heruntergekurbelte Scheibe. Struppi scharrte als Zeichen seiner Ungeduld („gibt mir Fressen!“) sogar gegen den Reifen.
Losfahren konnten wir erst, als ich den Kleinen mit Streichelversuchen ein Stueckchen abseits getrieben hab!
Ein schoener Urlaubsauftakt!

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