Wales (Camphill) 2006

The long good-bye

Oh je, vorletzter Tag. Die ersten Abschiede sind schon gewesen. Gestern von Liz, die mit uns webt oder verschiedene Workshops macht bzw. gemacht hat (gestern wars Seidenmalerei). War kurz und schmerzlos, hallt aber nach. Ihre Worte waren (u.a.):"I wish you all the best, and make sure you enjoy yourself. Life is here to enjoy and it's too short for anything else." Den Schal, auf dem ich farblich den Sommer eingefangen hab (mit gelb und tuerkis und gruen, quasi ein Strand-Tag), durfte ich mitnehmen. Heute dann der Abschied von Claire, der Weberin. Auch kurz und schmerzlos, und hier durfte ich mir dann eine der 2 Taschen aussuchen, die ich gemacht hab. Hab natuerlich die gruene mit dem Pinguinknopf genommen, war ja mein Erstling :) Tja. Jetzt warte ich noch auf die 2 Kuchen, die muessen noch 10min backen, und dann werde ich den Rest des Abends damit verbringen, die mit einem Schachbrettmuster aus Schoki und Modellierschoki zu verzieren. Ist dann mein Abschiedsgeschenk. Meine Guete, ich werd glaub ich sogar Yoko vermissen. Die hat sich inzwischen eigentlich gut angepasst, und den selben etwas derben Humor entwickelt wie der Rest hier. Das dumme ist, dass sie immer denkt, man nimmt sie ernst, und sobald sie einen Witz macht, folgt eine hysterische Serie von "I'm joking, I'm joking" - Ausrufen, begleitet von hektischem Handgewedel. Hach ist das lustig. =)
Ja so ist das ...
Die Wohnung ist zum 1.8. gekuendigt, der Brief sollte mittlerweile bei meiner Vermieterin sein. Mit dieser Entscheidung bin ich enorm gluecklich, hab das Gefuehl, als waere ich eine Last los, was irgendwie seltsam ist, weil ich mich letztes Jahr um diese Zeit durchaus in die Wohnung verliebt habe ... Vielleicht, wenn mein Katerchen noch mit drin waere ... Na wie auch immer, ich freu mich auf den Umzug! Wenigstens etwas. Dafuer grauts mir vor dem Abschied, und ich befuerchte, dass ich morgen meine eigene Party heulend verlasse. *schnief*

Co-Worker-Leben (12)

Hab ich jemals von unserem Cafe berichtet? Unser Cafe ist beinahe fertig! Da ist die letzten Wochen dran gearbeitet worden und gestern war der erste Probelauf und das Schild haengt auch!!! Die Gaeste des Bridge Coffi Shop waren wir natuerlich selbst, Will und ich haben im VicHouse die Suppe gekocht (Kartoffelsuppe, mit Nachfrage bei Mum echt gut geworden) und die Besatzung im Cafe hat sich mit der Kuechenmaschinerie auseinandergesetzt! War gut! =) Nachmittags hatte ich mich dann mit Sula etwas in den Haaren, weil sie sich absolut nicht auf den wiederbegonnenen Arbeitsrhythmus einstellen kann oder vielmeher will. Daher bin ich dann auch mit meiner Designertasche (hihi) nicht wirklich weiter gekommen, muesste aber morgen klappen.
Gestern abend waren wir in Swansea im Theater bei "The Magic of Ireland", einer kleinen Musik und Tanzshow. Und das war genial gut! 3 Leutchen, die Gitarre, Fiedel und Irish Pipe (sowas wie ein Dudelsack, nur ohne reinblasen) bzw Querfloete und Piccolofloete gespielt haben, teilweise mit Gesang der Leadsaengerin, teilweise instrumental, teilweise mit Tanzbegleitung (Stepp und "normal" Formation) der 8koepfigen Truppe. Und das war einfach total mitreissend, die Band war absolut spitze, die Taenzer und Taenzerinnen riesig sympathisch, alles in allem wirkte das, hmmm, ich sag mal authentisch, im Vergleich zu den Riesenshows wie Riverdance und Lord of the Dance. Hatte was unheimlich gemuetliches, und Irish Folk ist halt einfach super! Waren dann um kurz vor 11 erst wieder zuhause, und als ich grad ins Bett wollt, kam Era um die Ecke gerannt "LOST is starting again, hurry up!" Und das war den Schlafmangel dann auch wert. Laeuft die 2. Staffel in Deutschland schon???????? =)

Co-Worker-Leben (11)

Am Sonntag habe ich den ersten Gottesdienst erlebt, der fuer mich persoenlich einen Sinn hatte. Naemlich einen "Haustier-Gottesdienst". Die kleine Kirche im Nachbarort Gwynfe war voll von Hunden. Einen Hamster gabs, und eine Frau hat tatsaechlich ihre Katzen in viel zu enge Koerbe gequetscht, wofuer sie meiner Meinung nach direkt von dem Ganzen haette ausgeschlossen werden muessen. Na jedenfalls war es ein recht schoener Gottesdienst, eben hauptsaechlich fuer unsere Haustiere, die als "Gottes Geschoepfe" mit uns Menschen gleichberechtigt sind bzw. uns in vielen Dingen ueberlegen, die eben von "Gott unserem Herrn" geschaffen wurden, um uns Menschen in unserem Leben als Begleiter zur Seite zu stehen und zu komplettieren. Die Gebete beinhalteten Phrasen wie "... und schuetze sie vor jeglicher Folter und Qual" und "lasse sie teihaben an Deinem Reichtum" und so. Waeren die Leute jetzt konsequent, wuerden sie alle Vegetarier sein. Oder zumindest dafuer sorgen, dass sie ihre eigenen Tiere schlachten und ihnen ein so angenehmes Leben wie moeglich bereiten. Na wie auch immer. War jedenfalls ein - und das von mir - sehr schoener Gottesdienst!
Gestern nachmittag waren wir in einem Country Park, ein weitlaeufiges Gelaende mit uralten, knorrigen Baeumen, Naturlehrpfaden und einem grossen Wildgehege, dazu Pfaue und Blick aufs Schloss, war ziemlich schoen!!!
Heute sind wir dann nach Cardiff gefahren. Und Cardiff!! Wow!!!!! Cardiff hat Flair, Cardiff ist entspannt, Cardiff ist zudem noch schoen und kosmopolit! Ich hab ja nun in den letzten Monaten festgestellt, dass das Stadtleben nix fuer mich ist, aber bei Cardiff wuerd ich mich wieder umentscheiden. Wo bitte gehts zur Uni? :)
Cardiff Bay brummte heute, am Feiertag, natuerlich vor lauter Leuten, es gab verschiedene Tanzgruppen, ein Promi-Go-Kart-Rennen, tausend Eisstaende. Dazu strahlender Sonnenschein, die Bucht mit den Booten, das Millenium Centre (sehr sehr sehr sehr schoene Architektur!), das Regierungsgebaeude daneben, wo man gefilzt wurde wie am Flughafen, und einige Meter weiter die norwegische (ja, norwegische!) Kirche. Total schoen! In der Innenstand ein Restaurant nach dem anderen, urige kultige Geschaefte, darunter ein Plattenladen, der laut Schild 1894 gegruendet wurde, und einen bunten Kundenmix anzieht. Ich bin dann, wie Samstags auch immer, mit Claire und Andrew los zum shoppen, und ausser, dass sie mehr Geld haben wollten, als abgesprochen, und irgendwie alle 2min was zu trinken (was ok war) oder was zu essen (was nicht ok war) haben wollten (wie so kleine Kinder halt), hats auch echt Spass gemacht!
Vorhin haben wir dann unseren neuen Stundenplan besprochen, wobei ich ja schon gar nicht mehr drin bin. Ich hinterlasse eine ziemliche Luecke, da Carolina ja auch nicht da ist, und dann ab naechste Woche wirklich jemand fehlt. Find ich insofern gut, als das es mich bestaetigt, dass ich hier wirklich gebraucht werde und nicht nur irgendwo bestmoeglich "beschaeftigt" wurde. Ach ja. Was wird mir das fehlen! Alles, bis auf Yoko, die mich momentan echt nur noch annervt, und alle anderen auch. Na ok, ein bisschen werd ich vermutlich auch das vermissen! :)

Co-Worker-Leben (10)

Nachdem nun gestern auch die letzte Studentin wieder hier eingetrudelt ist, ist wieder richtig Alltag eingekehrt. Eigentlich komisch, fuehlt sich nicht so an, als waere eine Woche "Pause" gewesen. Gestern war wieder Weberei, bin an einer neuen Tasche dran, und ich staune ueber den Spass, den ich daran habe!!
Heute haben wir, quasi als Ferienabschluss, einen Ausflug nach St. Fagan's, bei Cardiff, gemacht, ins "Museum of Welsh Life", ein riesiges Freilichtmuseum, in dem verschiedene typische walisische Haeuser aus verschiedenen Arbeiterschichten und Jahrhunderten nachgebaut wurden, sogar ein kleines keltisches Dorf gibts da, und in dem kleinen runden Schweinestall wohnen auch grad 2 Schweine! Es gibt halt verschiedene Farmhaeuser, ein Zollhaeuschen, ne alte Schule, verschiedene Geschaefte, Schreinerei, Toepferei, Gerberei, eine Kapelle, ein Bekleidungsgeschaeft, eine Baeckerei und und und. Allen Haeusern gleich ist die Dunkelheit drinnen. Aber mit ein paar Fackeln an den Waenden war das bestimmt richtig gemuetlich!
Ansonsten ist auch bei unseren Studenten hier alles beim Alten. Die, die sich vorher in den Haaren hatten, haben sich immernoch in den Haaren, in den verbliebenen, weil die meisten beim Friseur waren.
Einigen faellt es enorm schwer, wieder in den gewohnten Rhythmus zu kommen. Da muss man dann ein bisschen genauer hinterhergehen. Ansonsten alles gut! Kanns kaum glauben, dass ich nur noch eine volle Woche hier habe ...
*schnief*

Ostern im VicHouse

Wir hatten eine recht schoene und ruhige Woche hier im VicHouse. Eingeleitet wurde sie ja schon letzten Sonntag mit Gottesdienst. Letzten Donnerstag wurden Cross Buns gebacken, die hier irgendwie traditionell zu Ostern dazu gehoeren. Der Tisch wurde festlich gedeckt (in gruen, wegen Gruendonnerstag) und wir hatten ein "silent supper", also ein "stilles Abendessen". Und das heisst, es wird ueberhaupt gar nicht gesprochen, und die Kommunikation besteht aus "poking and pointing", also antippen und draufzeigen. Vorher versammeln sich alle im Wohnzimmer um eine Kerze, und 5-10min Stille und zur Ruhe kommen ist die Einstimmung auf das Essen. Und das hat erstaunlich gut geklappt, und ich fand es wirklich total schoen, so ruhig, und friedlich, kein Motzen am Tisch, kein japanisches dummes Gekicher (schuldigung, aber ich ertrag Yoko nicht mehr. Wo bitte ist der naechste Kindergarten?), es war richtig gut! Am Karfreitag mussten wir natuerlich morgens wieder in die Kirche. Mittags wurden dann nochmal Eier ausgeblasen und angemalt und die Friday Jobs wurden auch erledgt. Abends gabs ein Quiet Supper, das heisst, es durte das noetigste gesprochen werden. Dazu weisse Tischdeko. Am Samstag gings zum Strand-Cricket nach Llansteffan, war ein Riesenspass. Besonders wenn man unserer Sula, die einfach in ihrer Art uuuuunglaublich laaaangsaaaaam ist, dann sagt "run, Sula, run! Get us the ball back here, go on, go on!" *lach* Nachmittags shoppen in Carmarthen, anschliessend die hohlen bunten Eier mit Faeden versehen, was irgendwie keiner hingekriegt hat und ewig dauerte ... Abends dann ein bible supper, mit roter Tischdeko und Austausch ueber die Auferstehung Jesus' und bla blubb, hab mich da rausgehalten ... Naja und heute morgen haben wir dann einen grossen bluehenden Osterzweig ueber dem Tisch aufgehangen, die Eier dran, und hatten ein festliches Osterfruehstueck, mit Schoki und einem grossen bunten Blumenstrauss und kleinen Holzosterhasen! Gezwungenermassen wieder Kirche, und heut nachmittag haben wir im Dorf fuer die Kinder ein kleines Osterfest organisiert, mit Ostereiersuche (ich hab einen Riesenspass beim Verstecken gehabt und hab auf einmal wieder glasklar meine Suchen in Omas Garten vor Augen gehabt, wo teilweise die Eier erst im naechsten Sommer bei der Gartenarbeit wieder auftauchten!!), Eierlaufen und 3-Bein-Lauf. Es war total schoen, und hey, 50 Kinder auf einem Haufen haben mich in meiner Berufswahl dann doch wieder bestaetigt!
Ja, und jetzt sind eigentlich schon fast Ferien! Heute abend noch 2 Stuendchen in den Pub, morgen packen und aufraeumen und dann sind die meisten raus fuer eine Woche, und ich auch, um 14 Uhr, und dann ist J. da und wir haben eine genial gute Urlaubswoche! *freuhuepf*

Wild Horses

Gestern auf der Fahrt ins Kino (Ice Age 2, superlustig) hat Era auf einmal gerufen "Look, the wild horses!" Und tatsaechlich, 2 Pferde standen auf dem Bergkamm, struppige mittelgrosse, ein Schecke, ein dunkelbraunes. Absolut genial. Und auf dem Rueckweg mussten wir dann anhalten, weil eine kleine Herde von 5 Tieren auf der Strasse stand.
Ich find das total toll, hab noch nie Pferde in Freiheit gesehen, und der Moment der "ersten Sichtung" war einfach nur toll. Hab das vorhin Maeve erzaehlt, die direkt genauso begeistert war; sie hat naemlich bei einem Spaziergang da oben eine kleine Herde in freiem Galopp ueber die Ebene preschen sehen und war hin und weg, weil es so ganz anders ist, ein Pferd auf der Weide, oder sogar mit Reiter, galoppieren zu sehen, und hier wirklich frei, ohne Zaun weit und breit. Zitat:"The ones I saw were actually free spirits, free to decide where to go."
Muss auch unbedingt nochmal da hin. Am Montag mit J.!

Co-Worker-Leben (9)

Hoch ists hergegangen, die letzten Tage. Eine der Studentinnen hat die Nachricht vom Tod ihres Opas
bekommen, und ich habe wirklich noch nie in meinem Leben jemand so verzweifelt erlebt. Und ich fand es unglaublich schwer, da nicht mitzuheulen, sondern im Gegenteil noch Trost zu spenden und das schoenzureden. Schoen zu reden im wahrsten Sinne des Wortes, weil der Tod in der Anthroposphie ja heisst, dass nur der Koerper stirbt, was ich selbst gerne glauben wuerde, aber auch so meine Zweifel hab. Jedenfalls fand ich, dass ihr fuer ihre Trauer nicht genug Raum gelassen wurde, es hiess dann
immer "This is life, this is what always happens" und "I know you have problems but could you please make sure that you are on time" oder sowas. Fand ich schon irgendwie hart. Und da sie den Raum nicht hatte, hat sie eben permanent alles nach aussen getragen, was dann zu einem derben Krach mit unserer Autistin gefuehrt hat - und zu anschliessenden Einzelgespraechen mit beiden ...
Dann ist da noch Yoko, die einfach keinen Plan hat, die nichts organisiert kriegt und eigentlich nur im Weg steht oder wie ein Schatten hinter einem oder alles nachmacht oder sogar -sagt. Was dann beim samstaeglichen shoppen unserer Claire dermassen auf die Nerven ging (und mir auch), dass sie mit den Worten "I don't need a parrot" abgerauscht ist.
Und eine Sache, die mir echt ganz derb gegen den Strich geht, ist dieses Kirchengedoens. Ich finde das generell gut, fuer Menschen, die insoweit geistig und koerperlich benachteiligt sind, als dass sie darin Halt finden, und im Glauben auch Erklaerungen und Loesungen fuer Probleme und Konflikte (das gilt auch fuer Kinder, die im "lieben Gott" einfach viele ihrer Fragen ("wie kommt denn der Opa wieder aus dem Sarg raus? Ach so, der liebe Gott hat ja einen Schluessel!") beantworten koennen. Aber die Studenten hier im VicHouse sind alle soweit selbstaendig und fit, dass sie sehr gut in der Lage sind, sich selbst darueber Gedanken zu machen, und selbst entscheiden koennten, ob sie zum Gottesdienst gehen oder nicht. Aber es ist schlichtweg eine Pflichtveranstaltung. Und ich persoenlich fuehle mich eindeutig in meiner Glaubensfreiheit eingeschraenkt. Aber es steht halt in der Job Description. Ist jetzt auch nicht so tragisch, ich bin dazu uebergegangen, was zu lesen mitzunehmen und mich ganz nach hinten zu setzen. Aber generell find ichs halt scheisse ...
Was ich wiederum gut find, ist das freitaegliche schwimmen (konnt ich bis letzte Woche wegen fehlendem
Badeanzug nicht), das macht richtig Spass, und die Osterdekos und -vorbereitungen, dazu gehoert Eier
ausblasen, was bei den meisten halt nicht klappt und immer wieder in schallendem Gelaechter endet.
Ach und ueberhaupt, die Sonne scheint jetzt endlich taeglich, es wird waermer, es ist lange hell, wir koennen mittags im Garten sitzen ... UND die Ferien stehen vor der Tuer. Und das beste: wenn wir nach der einen Woche alle wieder da sind, verlaengern wie sie um noch eine Woche, mit verschiedenen Ausfluegen, Bristol ist schon gefallen, und Pembrokeshire. Grund: die anderen Haeuser des Coleg Elidyr haben alle laenger Ferien, und die Hauseltern hier haben beschlossen, sich dem anzuschliessen. Weltklasse :)

Rueckenwind-Worte

Vorgestern ergab sich nach dem Essen (ich hab einen genial guten Pudding (kein Pudding wie bei uns, sondern ein Obst-Teig-Pamps-Nachtisch) gezaubert *stolzguck*) ein kurzes, aber fuer mich enorm "staerkendes" Gespraech
mit Jerry, unserem Schreiner, der immer Mittwochs mit Maeve, unserer Life-Skills-Lehrerin, hier ist. Also eigentlich
noch nicht mal ein Gespraech, sondern er fragte, ich antwortete, und auf die Frage, was ich mir so fuer meine Zukunft vorstelle, hab ich u.a. meine Reisewuensche genannt: "What I definitely want to do, is to travel Australia and New Zealand for a longer time." Woraufhin Jerry sich an die Kuechentheke lehnte, und schlicht sagte "You will. I expect you will." Mit einer Sicherheit, die ich bis dahin verloren hatte. Jetzt, dank ihm, aber wieder hab. Die Macht der Worte. Thanks a lot, Jerry!

Co-Worker-Leben (8)

Den freien Montag habe ich im Gluecksrausch (na hey, ich erfuell mir hier und jetzt einen Jugendwunsch) ganz fuer mich alleine in Carmarthen verbracht. Raus aus der zugegeben manchmal erdrueckenden sozialen Enge.
Bei strahlendem Sonnenschein. Da macht sogar die einstuendige Busfahrt Spass! Wobei, macht die eh, bei der Kulisse. In Carmarthen hab ich mir erstmal Vorhaenge fuer mein Zimmer gekauft, im Charity Shop natuerlich. Und im neu eroeffneten Music Zone hab ich 3 aktuelle CDs fuer £8 gekriegt, also ca. 12 €. Seit dem Euro kommt mir die UK sowieso viel weniger teuer vor als noch zu DM-Zeiten ... Na jedenfalls hab ich neue Musik :) Hab dann Montag abend die Vorhaenge aufgehangen, und so gelegt, dass direkt Fensterbank-Deko sind, aber so, dass ich, wenn ich im Sessel sitze, noch ueber die Daecher rausgucken kann. Und die Nische ueberm Bett hab ich mit nem alten Vorhang ausgelegt und die dient jetzt als Regal.
Eigentlich Unsinn, die Raeumerei, muss ja eh bald wieder weg ... Mag gar nich dran denken :(
Nachdem nun Carolina nicht mehr da ist, hab ich an ihrer Stelle Dienstags das Kochen uebernommen, und, man glaubt es kaum, ich werde immer besser! Wer hat schonmal gehoert, dass einer in GB kochen gelernt hat? *lach* ist auch eine organisatorische Herausforderung, fuer 16-20 Leute zu kochen, so, dass man um 9 anfaengt und um halb 1 alles fertig ist. George und Will standen mir zur Seite. Will konnte ich zu einem breiten Grinsen bringen, als ich ihm sagte, er sei mein Held, weil er die Fuellung viel besser in den Teig rollen konnte als ich. Und George ist resistent gegen Zwiebeln, waehrend Will und ich in 2m Entfernung angefangen haben zu heulen, machte ihm das gar nix aus.
Gestern abend sind wir dann ins Kino gefahren, nach Brynaman (oder so), hinter dem Black Mountain, und ich war von der Fahrt viel begeisterter als vom Film (Memoirs of a Geisha). Bei der Fahrt ueber den Berg hat man naemlich gigantische Ausblicke ueber die Beacons und ich weiss auch, wo das Foto im Lonely Planet gemacht wurde :) Vor allem: Huegeliges auf und ab bis zum Horizont, aber keine groesseren Ansiedlungen, nur vereinzelte Farmen. Und dann die verschiedenen Gruentoene, auf die die Wolken noch Schattenmuster malen. Wahnsinn, echt. Wie aus Herr der Ringe. Naja in klein. Aber genauso schoen :)
Das Kino ist auch total klasse, man stiefelt eine kleine steile Treppe hoch in den Eingangsbereich, holt sein Ticket, geht noch eine Treppe hoch, kommt in einen gut sortierten Snackbereich (guenstiger als im deutschen CineStar!) und geht dann in den Sall, rechts ist die Leinwand, darum u-foermig eine Balkon-Reihe und dann links die normalen Sitzreihen. Der Saal ist riesig, absolut
unmodern aber urgemuetlich (bis auf die zu schmalen Sitzreihen-Abstaende), in antikblau und rot gehalten. Und mitten im Film geht leise die Tuer auf, und die Snack-Tante kommt mit einem kleinen Bauchladen rein, mit Kerze!
Muss ich mit J. mal hin, wenn der kommt :)

Raumwechsel und Musikalisches

Nachdem Carolina nun heute nach Glasallt gezogen ist, bin ich soeben in ihr altes Zimmer eingezogen, welches tausendmal schoener ist als mein vorheriges. Nicht viel groesser, aber unterm Dach, mit riesig hohen Waenden und einem riesigen Dachschraegenfenster und einem kleinen, was die Daecher der angrenzenden Haeuser ueberblickt. UND ein CD-Radio UND eine Kommode UND das Bad mit Dusche direkt nebenan! Bin begeistert! :)
Begeistert bin ich auch vom Konzert gestern, ist ein recht grosser Chor und ein recht grosses Orchester, genial gute Solisten, die laut Programm echt Rang und Namen haben und die dargebotenen Werke (Mozarts Requiem und Rutters Mass of the Children) waren schoen! Der hiesige Vikar ist prompt auch Dirigent. Ein recht guter sogar.
Nur dass er als Einstieg als Begruessung ein Gebet waehlte, hat faule Eier und Tomaten verdient. Generell war die Location ungewoehnlich und gewoehungsbeduerftig, naemlich die Sporthalle in Llandovery. Bescheidene Akustik, die Deckenheizung am brummen und die Basketballkoerbe und Cricketnetze grob weggeschoben bzw umgeklappt.
Aber sogar BBC war da und hat alles aufgezeichnet. Die Mitwirkenden waren auch alle echt gut. Hat Spass gemacht!

Shortcuts

Mein Leben. Online.

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Dorina hat am 10. August gesagt:

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Credits: "Odin" by Laika Altenburg Laursen .

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