beziehungs-weise
Ich selbst bin ja eine, die ganz viel "Boden" in ihrem Leben durch Beziehungen zu anderen Menschen bekommt. Und wenn es auf dieser Ebene hakt, verliere ich diesen Boden auch mal schnell unter den Füßen. Ich habe schon genug Freunde kommen und gehen sehen, dass ich weiß, dass das allgemein der Lauf der Dinge ist. Und habe darin mittlerweile eine gewisse Distanz. Wenn so eine Freundschaft nicht beidseitig gepflegt wird, ist es eben keine. Wenn es einen Vertrauensbruch gab, ist das das sofortige und unwiderrufliche Ende.
Das heißt aber auch nicht, dass mir das leicht fällt. Im Gegenteil. Wenn klar ist, der Punkt, an dem die Freundschaft nur noch zur "Bekanntschaft" taugt, ist erreicht, tut das schon meistens ganz schön weh ... Oder wenn sich rausstellt, dass noch nichtmal dazu genug gemeinsame Basis da ist, oder mangelndes Interesse von einer Seite.
An sowas knack ich ewig lang, und ich kann nicht sagen, dass ich irgendwen aus meinem früheren Freundeskreis völlig aus meinem Leben gestrichen habe. Soviel Zeit, die man gemeinsam miteinander verbracht hat, soviele Erlebnisse, schöne, und auch weniger schöne ... Bis sich die Wege trennen. Und das tun sie irgendwann immer. Die Frage ist, was man draus macht... Aber dennoch möchte ich einfach die Menschen, die so wichtig in meinem Leben waren, in guter Erinnerung behalten, denn auch sie haben irgendwo dazu beigetragen, dass ich jetzt bin, wer ich bin.
Die Freundschaften, die ich hatte und habe, sind ein so fester Teil von mir, dass ich sie gar nicht ganz ausradieren will, sondern, auch wenn sie im Sande verliefen, oder sogar im Streit auseinander gingen, trotzdem noch irgendwo in guter Erinnerung behalten.
Es gibt ja auch Freundschaften, in denen es ok ist, mal ewig lang nichts voneinander zu hören, zumindest nicht in direktem Kontakt (Gruß an die Weltenwanderin, diesmal hab ichs verbummelt - die CD ist übrigens total toll und sobald Du wieder im Lande bist, werd ich mal eine Tour nach Münster machen! Versprochen! *g*) . Man weiß, dass keiner dem anderen böse ist, weil jeder gerade sein völlig eigenes Leben lebt, hat aber dennoch so eine gefestigte Basis, dass die Freundschaft bestehen bleibt; so eine feste Basis muss man sich aber auch erstmal gemeinsam geschaffen haben. Mag sein, dass über kurz oder lang ein bisschen Tiefe verloren geht, aber wenn man will, kann man daran auch wieder arbeiten.
Es müssen aber auch dann beide wollen. Und wenn ganz klar von einer Seite nichts kommt, sagt das mehr als tausend Worte ...


