Bin ja schon wieder absolut begeistert! Bin heute durch Edinburgh getingelt, total super! Erst mal auf den Calton Hill, wegen der „terrific views“, aber es war leider voll neblig und man konnte nicht weit gucken. Also wieder runter und Richtung Schloss, auf dem Weg dorthin an ein paar Straßenkünstlern vorbei (die stehen hier wegen des nahenden Fringe-Festivals an jeder Ecke) und am Camera Obscura. Da bin ich aus Neugier rein, klang gut im Lonely Planet. Und das war echt ein Highlight!! Riesige Kaleidoskope, Hologramme – z.B. ein Dracula, der im vorbeigehen seine Hand nach einem ausstreckt, und eine riesige Vogelspinne, die einem ins Gesicht zu springen scheint -, 3D-Bilder, die größte Plasmakugel Europas, auf die man eine Hand legen musste, um mit der anderen eine Leuchtstoffröhre zum Leuchten zu bringen, ein paar tolle Licht/Spiegel-Effekte, und seinen eigenen Schatten konnte man auch fotografieren. Ein Riesenspaß! Bei der Präsentation der eigentlichen Camera Obscura, die in der Turmkuppel ist, wurden fröhlich die Passanten der Royal Street beobachtet. Das Bild wird auf eine nach unten gewölbte Leinwand projiziert, da kann man dann allen möglichen Schabernack mit treiben, aber die visuelle Qualität ist schon enorm!
Vom Camera Obscura ging es dann zum Edinburgh Castle. Stolze 9,50 Pfund kostete der Eintritt! Und ja, es war schon echt gut, das Schloss ist eigentlich noch mal eine kleine Stadt für sich, es gab eine schöne Ausstellung mit den Kronjuwelen und dem Stone of Destiny und natürlich viel Geschichte. Generell hat mir die Aufmachung aber nicht gefallen, alles war mit lebensgroßen Puppen und Audiokommentaren nachgestellt, fand ich ziemlich kitschig, in der Great Hall lag „glühendes“ Plastikholz, alles ist neu gestrichen, was nichts mit Erhalt, sondern eher Neugestaltung des Originals zu tun hat, und das war halt nicht so toll. Interessant die Militärgefängnisse, die im zweiten Weltkrieg auch noch benutzt, und dafür mit Dusche ausgestattet wurden. Winzige, hässliche, weiße Zellen, sehr beklemmend. Als ich dann wieder auf den Hof trat, kam tatsächlich die Sonne durch und bot einen schönen Blick über die Stadt. Auf dem Weg zurück bin ich an einem kleinen Geschenke-Shop vorbei, der sich auf schottische Spezialitäten, eben auch Whiskey, spezialisiert hatte. Also eine Mini-Flasche Lagavulin, für genau ein Glas, kostete fünf Pfund!!!! Holla! Aber: Es gab leckeren Honigwein zu probieren, und ich glaub, davon exportier ich mal einen ... !
Auf dem Weg zurück stoppte ich neben der National Gallery, dort stand ein Jongleur, der eine echt witzige und originelle Show darbot, habe Tränen gelacht!!
Nach kurzem Stop in der Herberge bin ich dann noch mal auf den Calton Hill, und ja, die Aussicht war wirklich grandios schön. Nun konnte ich auch Arthur’s Seat, Edinburghs eigene kleine Highland-Welt, ausmachen, und sah die Leute wie eine Ameisenkolonne ganz klein dort hoch wandern. Es wurde aber nach nur wenigen Minuten wieder neblig und nieselig. Die armen „Ameisen“ !
Tolle Stadt, hier möchte ich gerne mal länger hin!
Geschrieben in Great Britain, again am 26. Januar 2008, 12:26