Berufsleben

Ein kleiner Abschied

Im KiGa haben wir heute unsere Schulanwärter verabschiedet, und auch, wenn die meisten diese und nächste Woche noch kommen, war das irgendwie ganz seltsam. Und eine unserer Großen zieht morgen um, die ist also wirklich schon ganz weg, und der Abschied hat auch ein paar Tränchen gekostet.

Was wachsen einem die Zwerge ans Herz, dat is echt unglaublich. Schön, sie so lange begleiten zu können. Begleiten zu dürfen. Genauso schön, sie dann "gehen zu lassen", aber eben auch ein bisschen traurig.

Kindermund:

Mädchen (6): "Meine Mama fährt schon Auto. Die hat ihren Führerschein schon überstanden."

Mädchen (6): "Wer hat eigentlich die Wassermelonen erfunden, dem müsste man danken!" - Ich:"Bedank Dich bei der Mutter Erde, die hat sie mit Sonne und Regen wachsen lassen!" - Mädchen:"Ja, die Erde ist nämlich Gott. Und Gott ist die Erde!" (Da schlägt mein Heidenherz ja höher, und die Korrektur in "Göttin" konnt ich mir so gerade noch verkneifen *gg*)

Feddich :)

Abschlusskolloquium: 1
Praxis: 2+
Ausbildung: hiermit beendet.

Der Weg war und ist der richtige.
Nun hoff ich, dass hinter einer der nächsten Kurven die irischen Hügel zu erblicken sind.


Job Description

Eigentlich, also eigentlich bin ich ja Erzieherin im Anerkennungsjahr, also ab 01.08.08. staatlich anerkannte Erzieherin.

Aber als klassische (Waldorf-)Kindergärtnerin bin ich außerdem:

Hauswirtschafterin, Gärtnerin, Künstlerin, Moderatorin, Journalistin, Elternberaterin, Rechtsexpertin, Modedesignerin, Weberin, Team-Koordinatorin, Schiedsfrau, Bäckerin, Köchin, Putzfrau, Büro(kratie)fachkraft, Schneiderin, Dekorateurin, Schreinerin, Sängerin.

Und für die Fragen der Kinder nach den alltäglichen Phänomenen und Geschehnissen in der Welt (in der Natur, in der Technik, in der Wirtschaft) muss man ein verdammt solides Allgemeinwissen mitbringen. Nur, wer die Welt versteht, kann sie "kindgerecht" erklären.

So gesehen finde ich grundsätzlich das Abi als Zugangsvoraussetzung für den Erzieherberuf nicht schlecht. Intelligenz ist aber nicht am Abi messbar, im Gegenteil, wenn ich an die vielen Vollspacken meines Jahrgangs am Gymnasium denke, die ihr Abi ohne Probleme gepackt haben, find ich das sehr erschreckend. Und ich würd weniger als der Hälfte davon zutrauen, auch nur ein einziges Kind so zu erziehen, wie es das Kind braucht und verlangt.

Und guckt man sich mal nachmittags in einem großen Einkaufszentrum um, sieht man, dass das auf erschreckend viele Eltern auch zutrifft.

Was ich nämlich noch bin, ist Wahrsager:

Die Zukunft gehört unselbstständigen, aggressiven, unreflektierten Jugendlichen, nämlich denen, die jetzt, als Kind, der totalen Reiz- und Medienüberflutung ausgesetzt werden. Die täglichen Schlagzeilen durch Jugendkriminalität (ja ich weiß, die kriegen wir auch deswegen mit, weil es eine viel feinere Informationsvernetzung gibt, aber es ist auch Tatsache, dass die Zahlen steigen) sind nur die allerallerhöchste Spitze des Eisbergs.

Und den bringt auch der Klimawandel nicht zum schmelzen.

Adventliches

Heute, nachdem alle Kinder abgeholt waren, wurde im Kindergarten das Adventgärtlein gelegt. Besonders schön hierbei fand ich den Gedanken, dass wohl an diesem Wochenende alle Waldorf-Kollegien mit dem Legen der Spirale und dem Dekorieren des Kindergartens oder der Schule beschäftigt sind. Ein großer, geistiger Zusammenschluss quasi, und irgendwie mag ich diesen Gedanken einfach.

So wird also bei uns am Montag, in anderen Einrichtungen sicher auch direkt am Sonntag, eine große Spirale aus Tannengrün die Kinder ins Innere zur Lichtesquelle führen, wo sie ihre eigene Kerze, die in einem Apfel steckt, anzünden, und sie wieder hinaus tragen und nach und nach auf der Spirale ablegen.

Der Raum ist bis auf die Kerze in der Mitte der Spirale zu Beginn völlig dunkel, und erstrahlt nach und nach im Licht der aufgestellten Kerzen der Kinder. Begleitet wird das Ganze mit diversen leisen, sanften Musikinstrumenten - z.B. der Kinderharfe - und leise gesungenen Liedern.

Die tiefergehende Bedeutung dieser Tradition erschließt sich eigentlich schon auf den ersten Blick:
Die Kinder werden auf einem Weg aus Tanngrün (Immergrün steht symbolisch u.a. für Beständigkeit und Unsterblichkeit) ins Innere geleitet, um ihren Apfel (=Lebenskräfte) mit der Kerze dort an der einzigen Lichtquelle anzuzünden. Sie holen sich das Licht aus dem Inneren, das sie nun nach draußen, in die Welt tragen. Die Kinder gehen den Weg nach innen allein, und bringen ihr einzelnes Licht mit, was zusammen mit den anderen den Raum bald in einen schönen Kerzenschein taucht.

Eine Geste also, die der Erwachsene eher allein, für sich, in sich gekehrt, vollzieht, die ein seelisch- geistiger Prozess ist, wird für die Kinder hier ganz "echt" erlebbar.

Im Raum herrscht dabei eine ganz wundervolle, verzauberte, andächtige Stimmung. Es kann einem nur das Herz und die Seele dabei aufgehen, wenn man beim Adventgärtlein dabei ist. Selbst dann, wenn man zu der Spiritualität dabei keinen Zugang findet.

Ich bin ja auch mittlerweile der Meinung, dass die Weihnachtsgeschichte in der Bibel einen reinen Symbolcharakter hat. Der "Heiland", der in dieser dunkelsten Winternacht geboren wird, ist nichts anderes, als unsere stärkste Kraft, auf die es sich zu besinnen gilt, wenn die äußere und innere Welt dunkel und kalt erscheint. Eine solche Besinnung geschieht allerdings nicht mal eben, sondern braucht eben seine Zeit. 24 Tage vielleicht? Auch die weiteren Gesichten um Jesus lassen sich symbolisch deuten, und allein vom Erzählen her finden sich gewisse Parallelen zu alten und neuen Märchen.

Nun, genug des heidnischen Geredes *g* - wir sind im Advent, heute ist das erste Türchen dran. Wer den Advent wirklich zur Besinnung nutzen möchte, kann das auf ganz einfache, und ganz "erdige" Art und Weise tun: denkt bei jedem Türchen, das ihr öffnet, an das Jahr, als ihr so alt ward, wie die Zahl darauf. Bei den ersten drei ist das nicht möglich; vielleicht stellt ihr euch da vor, wie das wohl damals gewesen sein könnte, wie eure Familie euch als Babys beim Weihnachtsfest umsorgt hat ... wie es dann war, als ihr im nächsten Jahr vielleicht schon laufen, sicher aber krabbeln konntet, und bestimmt den Schmuck vom Baum pflücken wolltet ... Wer sich dafür Zeit und Ruhe nimmt, wird den Advent sicher nochmal ganz anders erleben können als bisher ...

Ach ja und was bin ich dankbar, den Großteil meines Alltags, der ja nun mal "Arbeit" ist, mit Kindern verbringen zu können. Das ist gerade jetzt, in den kommenden Wochen, nochmal doppelt so schön wie sonst!

Und bei mir ist es jetzt - endlich!! - wieder Zeit für "Christmas Eve and other stories" vom Trans-Siberian Orchestra. *freu*

Kindersegen

Hui, war das eine Woche! (Nein ich bin nicht schwanger!) Nachdem am Montag eine Kollegin der geteilten Kindergartengruppe (der Vormittag ist getrennt, eine Gruppenhälfte ist in der oberen Etage mit einer Erzieherin, die andere Hälfte unten, mit einer zweiten Erzieherin) krank war, und es auch die gesamte Woche blieb, sprang ich ein. Und zwar direkt ins kalte Wasser. Die obere Kollegin - deren Kinder ich ja wenigstens schon kannte, als ich dort mal eingesprungen bin - half mir zwar beim Einfinden, jedoch lag die seit Mittwoch auch darnieder und es kam eine ehemalige Kollegin als Vertretung ...

Ich kannte die Kinder nicht mit Namen und die in der Gruppe lebenden Gewohnheiten auch nicht. Und pädagogisch wertvolle Ansagen ohne direkte Ansprache ("Du, zieh die Dingens bitte nicht an der Kapuze!") sind eben unmöglich. Es war durchaus ein kleines Kämpfchen mit einigen Kindern, man will ja nicht direkt Lospoltern und geht vorsichtig in die neue Gruppe, ist man aber zu vorsichtig, gehen die lieben kleinen Monster einem auch schnell über Tisch und Bänke.

Der Dienstag brachte dann auch zwei Donnerwetter, die für Mucksmäuschenstille im Raum sorgten; aber danach waren zumindest alle Grenzen gesteckt. Die Namen kannte ich bis dahin weitestgehend, und am Mittwoch war es dann so gut, dass ich sogar meinen Herbst-Reigen, der eigentlich für "meine" Gruppe war, auch mit den "neuen" Kindern machen konnte.
Ich war also innerlich in der Gruppe angekommen und fühlte mich auch sicher; die Kinder wiederum waren "bei mir" angekommen und es kehrte wieder Ruhe in den Alltag.

Ein bisschen schimpfig war es schon, vermutlich mehr als bei der eigentlichen Kollegin. Die Vormittage so ganz allein mit 12-13 Kindern sind einfach sehr stressig, gerade wenn man sonst zu dritt zusammenarbeitet ... Man wünscht sich, das Beamen sei erfunden und es gäbe eine Möglichkeit, auf Knopfdruck zwei Arme, mindestens ein weiteres Augenpaar und bestenfalls Flügel wachsen zu lassen... Und immer, wenns zu stressig wird und man selbst innerlich unruhig wird und im Bewusstsein nicht mehr ganz bei den Kindern ist, merken die das natürlich und drehen auf. Hat sofortige "Rückhol-Wirkung", aber eben mit Schimpfen. Besonders natürlich bei den Kindern, die ihren Kopf zuhause sowieso immer durchsetzen, oder bei denen, die aufgrund ihrer Herkunft nur ein Sprachkauderwelsch sprechen und es einfach Kommunikationsprobleme gibt. Und bei den Aufräum-Muffeln sowieso...

Aaaaber es war auch echt schön. Die Käseschachteln für die Laternen haben wir rot bemalt (und sahen hinterher auch entsprechend aus, aber es hat Spaß gemacht!!), ein paar Laternen haben wir sogar schon geklebt, gemeinsam Frühstück gemacht, im Reigen den Herbstwind ordentlich wehen lassen, beim Frühstück auch mal das Apfelstück mit dem Finger durchbohrt (find ich eine gute Sache, da sehen die Kinder mal, wie stabil so n Apfel is und dass sogar dabei schon Saft rausläuft) und dann abgeknabbert.

Natürlich wurde mir oft gesagt "Ja aber bei Frau M. machen wir das nicht so!" oder "Bei Frau M. dürfen wir das aber (nicht)!" - aber nun bin ich eben nicht Frau M. und habe den Ablauf entsprechend auf meine Art gestaltet, was dann auch völlig ok war. Alles in allem war diese Woche besonders gut, um meinen pädagogischen "Stil" etwas auszufeilen.

Und heute, in der Garderobe beim Anziehen fürs Draußenspiel, strahlte mich ein Kind an, eine Dreijährige, und sagte: "Frau Georg, du bist lieb!" und scherzte dann noch ein bisschen mit mir. Und ich dachte jou, et war ne schwer schöne Woche. :-)

Kindermund (2)

Kind:"Ich hab in echt schonmal ne Eidechse gesehen. Die essen nur Eier!"

Kind 1 (im Singsang):"Ich koch Suppe für die Puppe. Und dann noch Suppe für die Suppe." - Ich:"So, die Suppe selbst braucht also auch ne Suppe ..." - Kind 2:"Hey ja, und dann wird die Suppe auch einen Topf größer!"

Zwei Jungs spielen LKW-Fahren. Kind 1 legt den Rückwärtsgang ein und fährt los:"dieeet, dieeet, dieeet, dieeet..." - Kind 2 pampig:"Oah näh! Mach net immer "dieeet dieeet dieeet" dat nervt!!!" ... 10 Sekunden später Kind 2 (jetzt auch im Rückwärtsgang):"dieeeet dieeeet dieeeet dieeeeet" ...

Kind:"Meine Mama geht immer in die Sauna, da ist es ganz heiß! Und da muss man nackelich rein, weil dann die Haut schön warm wird, und wenn man noch was anhat, werden ja nur die Anziehsachen warm."

Waldorfs gehen zur Demo

Nachdem interessierte Eltern unserer Einrichtung hinreichend über die verheerenden Auswirkungen des (noch nicht verabschiedeten!!!) KiBiz informiert wurden, stellte sich noch die Frage nach einem Transparent für die kommende Großdemo.

Kommentar aus den Reihen: "Wir können uns ja eins filzen, damit jeder direkt weiß, wo Waldorfs stehen."

*gg*

Find ich eine sehr originelle Idee, dafür reicht nur die Zeit leider nicht mehr. Hauptsache ist ja, dass man auch in düsteren Zeiten einen gewissen Humor bewahrt. Auf dass die Demo etwas bewirkt!
Aufruf zur Anti - Kibiz - Demo in Düsseldorf

Kindermund

Anlässlich meines am Montag begonnenen Anerkennungsjahres mal ein kleines best of meiner gesammelten Praktika ...

Kind 1 (entrüstet): "Nein gar nicht, Du schwindelst!!" - Kind 2 (beleidigt und mit erkennbarem Siegerländer Akzent):"Stimmt net!!! Und außerdem heißt dat net schwindeln, sondern fuddeln!"

"Die Regenwürmer essen nämlich Blätter und Gras, und dann machen die einen Stinker und der ist dann neue Erde!"

Kind lacht: "nein stimmt auch nicht. Ich hab euch verscherzt."

Eine 5jährige kommt zu mir, mustert mich: "Du siehst irgendwie anders aus heute. Aber das Oberteil finde ich sehr altmodisch."

Beim Essen ist es ungewöhnlich still. Das liegt daran, dass die größte Quasselstrippe heute einfach nicht soviel redet wie sonst. Das fällt ihr dann selbst auf: "Ich bin so leise, ich kann gar nichts hören!"

Erzieher: "Wir machen einen Ausflug!" - Kind: "Wohin fliegen wir denn?"

"Wenn das Baby aus dem Bauch kommt, platzt der Luftballon!"

Ich niese. Kollegin: "Gesundheit!" - Ich: "Danke!" - Kind: "Bitte!"

"Der Freund von meiner Mutter wohnt neben einem Pfefferbaum!" - "Wo wächst denn bei euch ein Pfefferbaum?" - "Weiß ich auch nicht, aber meine Mama hat mir gesagt, der bleibt jetzt, wo der Pfeffer wächst!"

Und dass Kindermund tatsächlich Wahrheit kundtut, hat übrigens auch der Mann an der Hotline vor einiger Zeit erlebt. *g*

Märchenstunde

Heute war mein Praxisbetreuer im Kindergarten, und hat sich angeschaut und -gehört, wie ich mein Märchen im Abschlusskreis erzähle ... Seine erste Reaktion im anschließenden Gespräch war: "Hervorragend!" *freufreufreu*

Ich habe letzte Woche als Übung das Märchen mal aufgenommen - frei erzählt!! - um mich selbst mal wahrzunehmen, wie es klingt.

Die Qualität ist nicht ganz so gut, mit kleinen Störgeräuschen und Mikrofon-Näseln - trotzdem wollt ich's euch nicht vorenthalten: Die Kristallkugel.

Arbeitsfreud und -leid

Tag eins im insgesamt vierten (und letzten) Praktikum ist rum. Und ich bin sowas von glücklich!! Nicht etwa, weil der Tag rum ist, nein, sondern weil ich in meiner Berufswahl einmal mehr bestätigt wurde und für kein Geld der Welt was anderes machen möchte! *freu*
Und natürlich weil mich die Dortmunder Waldorfs einfach in letzter Zeit nur noch derbe genervt haben und alles andere als praxisnah mit uns angehenden Erziehern gearbeitet haben.

Im letzten Oktober war ich bereits fünf Wochen lang in meinem jetzigen Kindergarten, somit fiel es mir leicht, mich wieder einzugewöhnen - und die Namen der Kinder waren auch noch alle da. Ich fühle mich jetzt, wie auch schon im ersten Praktikum dort, super aufgehoben, kann eigenverantwortlich innerhalb der Gruppe mit und für die Kinder arbeiten.

Ich staune einfach immer wieder über Kinder. Über jedes. Über die Selbstverständlichkeit ihres Tuns, über ihre Charakterstärke (und wie!), über ihre Unverblümtheit und Neugier, über ihre Verletzlickeit. Und besonders immer wieder über ihren Humor. Ich glaube, der kindliche Humor ist neben dem britischen tatsächlich mein Lieblingshumor. Und wie oft haben die jetzigen oder früheren Praktikumskolleginnen und ich tränenlachend im Gruppenraum gesessen ...

Oder auch draußen, im Garten, im Wald, auf dem Spielplatz. Ich glaube, so vom "Drumrum" ist genau das auch das Beste an meinem Beruf: Mindestens eine Dreiviertelstunde, meist länger, sind wir draußen. Bei Wind und Wetter. Gerade bei den aktuellen Klimaverhältnissen das beste, was es gibt. Und im Winter wird eben Schlitten gefahren (wenn denn Schnee liegt ...).

Oft höre ich, dass doch die Arbeit mit Kindern stressig und laut ist. Ich sage dann nein: es ist für mich keine "Arbeit" - es ist meine Berufung. Und wo viele Menschen zusammenkommen, geht es nunmal selten still und leise zu - egal um welche Altersgruppe es sich handelt.

Stressig - das sind vielmehr die Eltern der Kinder ... Wenns nur um fehlendes Organisationstalent (Sachen wie wettergemäße Kleidung) ginge, wär's noch nichtmal schlimm, da kann wohl jeder KiGa auf einen eigenen Fundus zurückgreifen. Aber wenn Eltern durch ihre Ignoranz die Gesundheit ihres Kindes gefährden, ist's bei mir echt vorbei. Aktuell hat monatelanges Ignorieren bzw. nicht-ernst-nehmen der Hinweise ("Zuhause ist das nicht so") mittlerweile bleibenden körperlichen und seelischen Schaden hinterlassen. Sowas nenne ich Kindesmisshandlung.

Das ist eindeutig die große Schattenseite an meinem Beruf. Und man ist machtlos dagegen.
Ich ertappe mich bei dem Gedanken, dass es irgendwo nicht "passt": Um Erzieher werden zu dürfen, zulassungstechnisch (in NRW), muss man seit letztem Sommer entweder schon eine zweijährige Ausbildung im sozialen Bereich, oder eben Abi mit einem mindestens dreimonatigen Praktikum haben. Wohingegen man mit nem IQ von 10, fehlendem sozialen Halt im eigenen Leben und (Vorsicht: Klischeebeispiel) Alkoholproblem durchaus Eltern werden darf.

Über die Ursachen dieser Unverhältnismäßigkeit (ich hoffe, jeder hat sie erkannt und verstanden) schreibe ich glaube ich bald mal einen längeren Eintrag. Jetzt bleib ich mal ganz klein auf dem Teppich und bereite meinen Abschlusskreis vor. Damit rette ich nicht die Welt, mache sie aber zumindest für "meine" 25 Kinder zu einem kindgerechten, lebendigen und gesunden Ort.

Shortcuts

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Credits: "Odin" by Laika Altenburg Laursen .

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